Was soll man sagen, man wird hier immer wieder überrascht. Natürlich positiv überrascht. Das bisherige Line-Up ist schon vom Feinsten. Der Samstag ist pick packe voll mit Bands, die man, nur allein für sich schon, sehen, hören, erleben möchte. Und der Freitag, da darf man gespannt sein, was die Veranstalter da noch aus dem Hut zaubern. Aber eines ist klar.: es gibt ein….
Volles Programm
Slime:

Wer bereits zu Lebzeiten so etwas wie Legendenstatus innehat, der wird meist schnell beim Mittagsschläfchen auf den eigenen Lorbeeren erwischt oder bei großen Kneipentresen-Gesten zu den immer gleichen Storys von damals. Niemand hätte es der reunierten Deutschpunk-Institution Slime wohl wirklich übel genommen, wenn die Hamburger nach der Trennung von Sänger Dirk „Diggen“ Jora 2020 die Flinte ein zweites und allerletztes Mal ins Korn geworfen hätten. Als eigene Cover-Band, die mit einer halbgaren B-Mannschaft altersmilde durch die Lande tingelt, sollte niemand enden müssen, der mit Meilensteinen wie „Schweineherbst“ oder „Alle Gegen Alle“ eine komplette Szene für die Ewigkeit maßgeblich beeinflusst hat. Slime sind aber immer nur dann rückwärtsgewandt, wenn es um das Berufen auf die eigenen Stärken und das Besinnen auf die subkulturellen Ideale und das Mission Statement der Band geht. Die Energie, Wut und Attitüde sind auch vier Dekaden später ungebrochen. So war es kaum verwunderlich, dass die übrigen Vier nicht einfach satt auf dem eigenen Tribute-Thron oder mit roten Augen auf einem Scherbenhaufen sitzen blieben, sondern im Jahr 2022 kurzerhand das Kapitel „Slime Zwei“ mit dem neuen Sänger Tex Brasket und mit dem neuen Album „Slime Zwei“ in ihrer Band-Biografie aufschlugen. So frisch, angriffslustig, zielgerichtet und gleichzeitig fest auf beiden Beinen stehend haben Slime seit langer Zeit nicht mehr geklungen.
Adam Angst:

Adam Angst beweisen, dass Sozialkritik oder eine antifaschistische Haltung nicht gleichbedeutend sein muss mit plumpen Parolen. Es geht anders, und es geht besser: mit einer unmissverständlichen und präzisen Wortwahl, die nur so vor kleinen Details wimmelt. Seit ihrer Gründung 2014 stehen Adam Angst für kraftvollen Punkrock mit Tiefgang. Für ihr drittes Album „Twist“ haben sie wieder Songs geschrieben, die so gnadenlos perfekt ins gesellschaftliche, deutsche Jetzt passen, dass es wirklich wehtut. Adam Angst haben sich schon immer von der herkömmlichen deutschen Punkrock-Band unterschieden. Kein konstantes, peinliches Social Media Flak, nicht immer diese gemütliche „Wir sind hier die Guten und alle anderen haben‘s halt nicht kapiert“-Haltung in den Texten, nicht jeder zweite Song auf eine kultige Publikumsinteraktion ausgelegt. Adam Angst möchten es niemandem auf „Twist“ einfach machen, und genau da liegt ihre Stärke, denn das Album ist zeitgleich höchst unterhaltsam und doch immer mehr als „nur“ Unterhaltung.
Dritte Wahl:

Die Band Dritte Wahl, die seit über 35 Jahren für energiegeladenen Punk und tiefgründige Texte steht, begeistert mit ihrer einzigartigen Mischung aus eingängigen Melodien, politischer Kritik und Geschichten aus dem Leben. Im Gepäck haben sie ihr zwölftes Album „Urlaub in der Bredouille“, das 2023 erschienen ist. Mit diesem Werk zeigt die Band erneut, dass sie nichts von ihrer Bissigkeit und ihrem musikalischen Einfallsreichtum verloren hat. Themen wie gesellschaftliche Ungerechtigkeit, persönliche Krisen und Widerstand ziehen sich durch die Platte, wobei sie immer auch eine gewisse Leichtigkeit und Hoffnung vermitteln.
Der stete Tanz zwischen Resignation und Resthoffnung gehört wie die kredibile Auseinandersetzung mit politischen Schieflagen seit eh und je zur Dritte-Wahl-DNA. 1988 gegründet, spielte die Band ihre ersten Konzerte noch auf dem Boden der ehemaligen DDR. Nach der Wende gelang Dritte Wahl der organische Aufstieg zu einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Punkrock-Ensembles – die enge Verbindung zur Subkultur hat die Band dennoch zu keinem Zeitpunkt verloren.
The Iron Roses:
The Iron Roses sind eine leidenschaftliche und einzigartige Gruppe von Menschen, die Musik machen, von der man hoffen kann, dass sie die Welt verändern wird. Angetrieben von den Ungerechtigkeiten unserer Zeit, sind ihre Songs die Art von Protesthymnen, die nur eine Gruppe erfahrener Musikschaffender machen kann. Es erfordert großes Talent, Lieder zu schreiben und zu singen, die wütend klingen, während die Musik die Stimmung hebt. Häufig ist politischer Punk schroff und unangenehm. Keine Ohrwürmer. Keine Melodien. Aber manchmal klingen leidenschaftliche und wütende Worte unvereinbar mit emotionsloser und fader Musik. The Iron Roses um Frontperson Nat Gray (Boysetsfire) schaffen Musik, die das Herz erhebt, gepaart mit kraftvollen Texten, die Wut und Verbitterung über die aktuelle Welt ausdrücken.
Donots:

Die letzten Jahre meinten es gut mit den Donots – die Tourneen und Hallen wurden immer größer, überall ausverkaufte Konzerte. 2024 feierten die Donots bereits ihren 30. Band-Geburtstag. Aus Ibbenbüren haben sie den Punkrock in die Welt getragen und ihren musikalischen Stil stetig weiterentwickelt. Zu ihren Gassenhauern zählen zum Beispiel „So Long“, „Letzte Runde“, „Calling“, „Stop The Clocks“ und „Augen Sehen“. Ihr aktuelles Album „Heut ist ein guter Tag“ trägt trotz oder gerade wegen der momentanen Gesamtsituation genau diesen Namen. Positiver Punkrock, Songs mit geballten Fäusten und für immer Grinsen im Gesicht. Eine Platte wie ein Gästelistenplatz für die Apokalypse – Gratisgetränke inklusive.
Und das ist noch nicht the end of the Flag staff. Da kommt noch mehr.
Die Dates:
- 01.08.2025 Hannover, Fährmannsinsel
- 02.08.2025 Hannover, Fährmannsinsel
Links:
www.donots.com
www.drittewahl.de
www.slime.de
www.adamangst.de
www.instagram.com/theironroses
Veranstalter:
www.livingconcerts.de